Gegen den Fachkräftemangel im Pädagogikbereich

Umschulungsinteressierte gesucht

Seit 2013 besteht ein Rechtsanspruch für einen Kita-Platz für Kinder ab einem Jahr. Wie man sich unschwer denken kann, ist der Personalbedarf an pädagogischen Fachkräften seither enorm gestiegen. Derzeit fehlen rund 100.000 Fachkräfte im pädagogischen Bereich, bis 2030 soll sich diese Zahl noch verdoppeln. Das sorgt für Unmut bei allen Beteiligten, unter der letztlich die Kinder zu leiden haben.

 

Was ist eine pädagogische Fachkraft?

Der Begriff „pädagogische Fachkraft“ unterliegt keiner einheitlichen Regelung, es können verschiedene Berufe damit gemeint sein. Genau gibt es sogar in 16 Bundesländern 16 unterschiedliche Definitionen darüber, was eine pädagogische Fachkraft ist und zu leisten hat. Deshalb ist es auch schwierig, wenn man als Fachkraft in ein anderes Bundesland übersiedelt und dort um Anerkennung seines beruflichen Status ansucht. Schon lange wird über einheitliche Regelungen diskutiert, bis dato jedoch noch nichts davon umgesetzt.

In der Regel handelt es sich bei Umschulungsinteressierten um Erzieher, Kinderpfleger und Sozialpädagogen. Die Umschulung erfolgt berufsspezifisch üblicherweise an Berufsfachschulen. Auf Flexibilität und Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie wird großen Wert gelegt, deshalb finden viele Lehrgänge in Teilzeit statt. Von dem Berufsbild fühlen sich oft Personen angezogen, welche bereits eine Ausbildung im Bereich Erziehung haben, aber auch Pflegepersonal oder Sozialpädagogen. Auch bedeutet pädagogische Fachkraft nicht zwangsweise Arbeit mit Kindern, die Betreuung von alten, kranken oder behinderten Menschen wird von diesen Personen ebenfalls ausgeübt.

 

Was macht eine pädagogische Fachkraft?

Wenn von einer pädagogischen Fachkraft gesprochen wird, ist damit keine Lehrperson gemeint. Die Aufgabe der Fachkraft ist nicht in erster Linie die Wissensvermittlung, sondern die Betreuung und Förderung von Kindern, Alten, Kranken und Behinderten. Besonders beim Einsatz in Kitas entsteht eine sehr wichtige und enge Bindung zwischen Betreuer und Schützling, da in dieser Zeit sämtliche Grundlagen nicht nur für den späteren Schulbesuch, sondern eigentlich für das restliche Leben gelegt werden.

Eine Aufgabe der pädagogischen Fachkraft ist es, motorische oder kognitive Schwierigkeiten zu erkennen und gegenzusteuern. Neben den Eltern trägt sie einen sehr wichtigen Teil zur Entwicklung der Kinder zu eigenständigen und selbstbewussten Personen bei. Je älter die zu betreuenden Kinder sind, desto weniger tritt die pädagogische Fachkraft als Bezugsperson in Erscheinung.

Egal, wo die pädagogische Fachkraft eingesetzt wird, sie muss auf jeden Fall gewährleisten, dass alle Personen gleich behandelt werden, unabhängig von Religion, Herkunft, Geschlecht, ökonomischer oder sozialer Situation.

 

Wie läuft die Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft ab?

Berufsbegleitend ist es auch möglich, nebenbei seinen laufenden Lebensunterhalt sicherzustellen.

An staatlichen Schulen ist die Ausbildung kostenlos, private Schulen verlangen teilweise durchaus hohe Schulgelder. Interessierte sollten sich auf jeden Fall auch beim Arbeitsamt bezüglich etwaiger Förderungen erkundigen. Weitere mögliche Ansprechpartner sind die Rentenversicherung, die ARGE oder die Berufsgenossenschaft. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel der Bildungsgutschein oder sonstige Beihilfen zum Lebensunterhalt. Vergütet wird die schulische Ausbildung nicht, erst im Praxisjahr ist eine Bezahlung üblich. Wer bereits über Erfahrung im pädagogischen Bereich verfügt, kann möglicherweise auf die Praxiszeit verzichten und sich sofort ins Berufsleben stürzen.

Bis die Umschulung abgeschlossen ist, vergehen zwischen zwei und vier Jahre je nach Vorbildung. Danach stehen den Absolventen eine Menge beruflicher Möglichkeiten offen. Neben Kindergärten und Schulen suchen auch soziale Einrichtungen, Jugend- und Familienhilfe, Behindertenhilfe und diverse Behörden nach pädagogischen Fachkräften. Auch in Flüchtlingseinrichtungen, Selbsthilfegruppen, Tagesstätten und Suchtberatungsstellen gibt es großen Bedarf.

Da Fachkräfte händeringend gesucht werden, haben auch Quereinsteiger gute Chancen. Ihre Aufgabe ist es, als Hilfskräfte die pädagogischen Fachkräfte bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Da für Quereinsteiger die Karrierechancen nur begrenzt sind, ist ein anerkannter Abschluss durchaus empfehlenswert. Eine Möglichkeit für interessierte Quereinsteiger ist auch die Ausbildung zur Tagesmutter.

 

Welche persönlichen Voraussetzungen sind notwendig als pädagogische Fachkraft?

  • Belastbarkeit, psychisch und physisch, Stressresistenz
  • Geduld
  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Verantwortungsbewußtsein
  • Empathie
  • Selbständiges Arbeiten
  • Flexibilität
  • Kreativität
  • gute Kommunikationsfähigkeit

 

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für eine pädagogische Fachkraft?

Für dieses Berufsbild gibt es enorm viele Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Was davon in Anspruch genommen werden kann, ist davon abhängig, in welchem pädagogischen Bereich man ausgebildet wurde. Staatlich anerkannte Erzieherinnen können durch eine Weiterbildung zum Beispiel ein Montessori-Diplom erwerben. Andere Weiterbildungsmöglichkeiten sind Sprachentwicklung, Heilpädagogik, Kinderschutz, Inklusion, Erwachsenenbildung etc.

Die Zukunft der pädagogischen Fachkraft ist jedenfalls gesichert, da ihre Aufgaben nicht vollständig bzw. zu einem großen Teil nicht durch Digitalisierung ersetzt werden können.

Neben dem Umschulungsmaßnahmen, sowie Fort- und Weiterbildungschancen wäre auch die Anerkennung von ausländischen pädagogischen Fachkräften ein adäquates Mittel gegen den Fachkräftemangel. Absolventen von Bachelor- und Masterstudiengängen aus dem EU-Ausland sollten die Möglichkeit bekommen, schnell und unbürokratisch ihrer Arbeit nachgehen zu können ohne weitere Beglaubigungen oder sonstige Verfahren.

Viele frauentypische Berufe kämpfen mit einem Imageproblem, da entweder zu wenig bezahlt oder die Arbeit zu wenig wertgeschätzt wird. Gegen den Fachkräftemangel wäre es eine Option, den Beruf für Männer attraktiver zu machen. Damit sich diese in diesem Umfeld wohl und ernst genommen fühlen, muss aber auch in den Köpfen der Menschen noch einiges passieren. Noch immer werden Männer in Betreuungsberufen, von Pflegediensten einmal abgesehen, belächelt.

In Ihrer Einrichtung werden die gewünschten Arbeitsbedingungen geboten, die Bewerber bleiben trotzdem aus? Dann lassen Sie uns sobald als möglich sprechen. Fachkraftdirekt ist bemüht, Ihr Personalproblem schnellst- und bestmöglich zu lösen.