Fachkräftemangel in der Baubranche

Die Baubranche kämpft aktuell gleich an mehreren Fronten: Materialengpässe, steigende Preise für Baustoffe und Fachkräftemangel. Während sich Materialengpässe und Preissteigerungen seit Corona zu verschärfen begannen, besteht der Fachkräftemangel bereits seit rund 2014. An Aufträgen mangelt es hingegen überhaupt nicht. Stand Oktober 2021 dauert es im Tiefbau rund 3,8 Monate, bis neue Aufträge bearbeitet werden können, im Hochbau sind es sogar 5,2 Monate.

Viele Betriebe sorgen sich, weil das Pensionsalter ihrer „Stammmannschaft“ immer näher rückt, das Interesse des Nachwuchses aber überschaubar bleibt. Da jedoch nicht jeder Arbeitnehmer in der Baubranche bis zum Rentenalter körperlich belastbar bleibt, müssen sich die Betriebe bereits früher mit dem Thema neue Fachkräfte finden auseinandersetzen. Bereits im Jahr 2008 waren 33 % der Angestellten und Selbstständigen in der Baubranche über 50 Jahre alt. Fast eine Million Arbeitnehmer mussten bis heute deswegen bereits ersetzt werden.

Der Fachkräftemangel zieht allerdings noch eine Reihe weiterer Probleme mit sich, welche auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich sind. Beispielsweise bedeutet das Fehlen von Fachleuten auch ein Risiko für den Arbeitsschutz. Fehlen Mitarbeiter, lastet mehr Druck auf den vorhandenen Arbeitern. Stress, gesundheitliche Probleme, Arbeitsunfälle und Fehler bei der Arbeit sind mögliche Folgen.

 

Warum ist es schwierig, Fachkräfte für die Baubranche zu finden?

  • Veraltete, strenge hierarchische Strukturen in vielen Betrieben,
  • zu geringes gesellschaftliches Ansehen des Handwerkberufes,
  • harte körperliche Arbeit auch bei unangenehmen Witterungsbedingungen,
  • großer Bedarf an Fachkräften in Bereichen, wo es noch zu wenige Ausbildungsmöglichkeiten gibt (beispielsweise Photovoltaikspezialisten)
  • lange und oftmals unbezahlte Fahrtstunden zu Baustellen

 

Was können Sie gegen den Fachkräftemangel am Bau tun?

In vielen Branchen ist die schlechte Bezahlung ein großes Thema, dies trifft auf die Baubranche in der Regel nicht zu. Dass als Ausgleich für unattraktive Arbeitsbedingungen zumindest fair entlohnt wird, darf ruhig ein wenig hervorgehoben werden. Versichern Sie (und halten Sie sich natürlich bitte auch daran), dass in Ihrem Betrieb pünktlich und angemessen entlohnt wird.

Die neue Generation ist technikaffin. Für Betriebe, wo die Digitalisierung noch überhaupt keinen Einzug gehalten hat, ist es an der Zeit, ein wenig zu modernisieren, in neue Software zu investieren, auf Social Media aktiv zu sein…

Suchen Sie nicht erst nach neuen Mitarbeitern, wenn im Betrieb eine Stelle frei wird. Pensionierungen sind langfristig absehbar, und unter Druck findet sich selten der passende Mitarbeiter. Lassen Sie sich Zeit, nutzen Sie die Möglichkeit, sich mehrere Bewerber anzuhören. Legen Sie eine Kartei an für Mitarbeiter, auf welche Sie zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf zurückgreifen können, wenn Sie die aktuelle Stelle vergeben haben.

Suchen Sie nicht zu einseitig, wenn jemand großes Interesse am Beruf zeigt und gut ins Team passen würde, kann mangelnde Erfahrung vielleicht auch durch die richtige Software wettgemacht werden.

Streichen Sie die Weiterbildungsangebote und Aufstiegschancen in Ihrem Betrieb heraus, Karriere und berufliche Fortbildung ist für den Nachwuchs sehr wichtig.

Denken Sie global bei der Mitarbeitersuche. Viele Zuwanderer bringen das notwendige technische-naturwissenschaftliche Know-how mit, außerdem zeichnen sie sich häufig durch Zielstrebigkeit, Flexibilität und Belastbarkeit aus.

Gestalten Sie Ihre Mitarbeitersuche auch für Frauen ansprechend. Viele Frauen hegen ein grundsätzliches Interesse an der Baubranche und würden auch das entsprechende Geschick mitbringen, allerdings fühlen sie sich in der männerdominierten Berufswelt nicht wohl. Schaffen Sie familienfreundliche Arbeitsbedingungen und sorgen Sie dafür, dass sich Frauen in Ihrem Betrieb wertgeschätzt und sicher fühlen.

 

Ausbildungen in der Baubranche haben ein Imageproblem

Trotz Imagekampagnen und Umbenennungen mancher Berufsgruppen lässt es sich nicht leugnen, dass viele Menschen oftmals bei Fachkräften der Baubranche an ungelernte Hilfsarbeiter denken. Dabei sind die Berufe äußerst facettenreich und anspruchsvoll. Dazu kommt, dass sich die Jugendlichen nicht mehr wie früher an den Berufen ihrer Eltern, bzw. nahen Familienangehörigen orientieren, sondern ihre Vorbilder auf Social Media und Co. haben. Viele Jugendliche wollen nicht mehr den beruflichen Weg ihrer Eltern gehen, sondern diesen übertreffen.

Um Social Media werden Sie ohnedies nicht herumkommen, wenn es darum geht, mit den potentiellen neuen Fachkräften in Kontakt zu treten. Während dies üblicherweise über Schulen, Berufsinformationstage, Ausbildungsmessen, Praktika etc. erfolgte, sind viele Präsenzveranstaltungen dieser Art durch die Pandemie schon eine geraume Zeit lang kaum mehr möglich.

Deshalb müssen Sie die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich gerne aufhalten und auch zu für Sie ungewöhnliche Maßnahmen greifen, um Interesse zu wecken: Legen Sie ein Social Media Profil für Ihren Betrieb auf den wichtigsten Kanälen an und versorgen Sie es regelmäßig mit Inhalten. Mit einem Video auf YouTube oder TikTok, in welchem Sie Ihren Betrieb auf unterhaltsame oder außergewöhnliche Art und Weise präsentieren, können Sie sich ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen und sich von anderen Betrieben abheben.

Bestimmt gibt es auch in Ihrem Betrieb Mitarbeiter, mit denen man ein lustiges Interview führen kann, die vielleicht auf unterhaltsame Art und Weise mit Klischees aus der Baubranche aufräumen etc. Mit solchen Aktionen können Sie bei den Fachkräften von morgen enorm punkten.

Einen weiteren Vorteil haben Bewerbungskampagnen via Social Media: Sie sind nicht nur effizienter, sondern auch deutlich kostengünstiger als beispielsweise herkömmliche Zeitungsinserate, welche die Zielgruppe nur schwer bis gar nicht erreichen.

 

Neue Fachkräfte finden mit Fachkraftdirekt

Neben den genannten Möglichkeiten haben Sie ein weiteres Ass im Ärmel, welches Sie womöglich noch gar nicht kennen: Fachkraftdirekt. Kontaktieren Sie uns, wenn die genannten Methoden nicht schnell genug Erfolg bringen oder unerwartete Engpässe entstehen. Warten Sie nicht, bis die Top-Fachkräfte Sie finden, sondern lassen Sie uns diese für Sie finden. So kehren wieder Gewissheit und Planbarkeit in Ihren Arbeitsalltag ein!